Nutzergruppen

Nutzergruppen

Nutzergruppen in einer Abrechnung dienen dazu, unterschiedliche Gruppen verschiedenartig abzurechen. Eine Nutzergruppe ist dabei definiert als eine Zusammenfassung verschiedener Nutzeinheiten mit gleichen Eigenschaften, wobei eine Nutzeinheit immer nur einer Nutzergruppe zugeordnet werden kann. In jeder Nutzergruppe kann z.B. die Aufteilung der Heizkosten und Warmwasserkosten nach Grundkostenanteil und Verbrauchskostenanteil unterschiedlich sein (z.B. bei Gewerbe und Wohneinheiten). Das selbige gilt natürlich auch für die Kaltwasserabrechnung. Formal wird eine Nutzergruppenabrechnung einer Nutzergruppe wie eine normale Abrechnung berechnet, d.h. die gesamte Abrechnung einer Anlage besteht aus unterschiedlichen Teilabrechnungen für die einzelnen Gruppen. Die in einer Nutzergruppe angegebenen Verteiler zur Aufteilung der Kosten beziehen sich dann immer auf die Nutzeinheiten bzw. Nutzer in der Nutzergruppe.

In AbSys gibt es zwei unterschiedliche Varianten einer Nutzergruppentrennung:

Beide Varianten können natürlich auch beliebig gemischt werden (z.B. Heizung mit Vorverteilung und Warmwasser ohne Vorverteilung). Ferner kann eine Nutzergruppentrennung z.B. nur für Heizung oder Warmwasser durchgeführt werden.

Variante 1:

Im folgenden Bild wird eine Nutzergruppeneinteilung für Heizung und Warmwasser ohne Vorverteilung exemplarisch für zwei Nutzergruppen dargestellt.

In einer Nutzergruppenabrechnung werden die Kosten für Heizung und Warmwasser (Brennstoffkosten, Nebenkosten HZ/WW, Zusatzkosten HZ, Zusatzkosten WW) wie in einer normalen Abrechnung hinterlegt. Die Aufteilung der Kosten für Heizung und Warmwasser (Kostentrennung HZ/WW) erfolgt ebenfalls wie in einer Abrechnung ohne Nutzergruppen. Die daraus entstehenden Gesamtkosten für Heizung und Warmwasser müssen bei einer Nutzergruppenabrechnung nun über eine Vorverteilung (prozentuale Vorverteilung für Heizung und prozentuale Vorverteilung für Warmwasser) den einzelnen Nutzergruppen zugeordnet werden (z.B. über Wärmemengenzähler WMZ1 und WMZ2, die den Verbrauch der Heizung der einzelnen Nutzergruppen bestimmen). Nach der Verteilung der Kosten für HZ und WW über die Vorverteilung ergeben sich die Gesamtkosten und damit der prozentuale Anteil für Heizung und Warmwasser aus der Summe der Kosten für Heizung und Warmwasser. Diese Kosten für HZ und WW können dann innerhalb der Nutzergruppe wieder - wie gewohnt - auf Grundkosten und Verbrauchskosten verteilt werden.

Variante 2:

Das folgende Bild zeigt eine Nutzergruppeneinteilung für Heizung und Warmwasser, wobei hier die Heizkosten für alle Nutzergruppen vorab noch nach Grundkosten (hier 40%) und Verbrauchskosten (hier 60%) aufgeteilt werden. Die Aufteilung der Grundkosten auf die einzelnen Nutzergruppen erfolgt dann nach einem definierbaren Verteiler (z.B. Fläche). Die Verteilung der Verbrauchskosten auf die einzelnen Nutzergruppen kann wie gewohnt über eine Vorverteilung (z.B. Wärmemengenzähler für jede Nutzergruppe) oder einem Verteiler bestimmt werden. Die Verbrauchskosten und Grundkosten jeder einzelner Nutzergruppe werden dann addiert und als Heizkosten der Nutzergruppe ausgewiesen. Diese Heizkosten können dann in der Nutzergruppe wiederum nach Grundkosten (z.B. 30%) und Verbrauchskosten (z.B. 70%) aufgeteilt werden. Es ist auch möglich, die Warmwasserkosten  ähnlich wie die Heizkosten einer Vorverteilung zu unterwerfen.

Die Variante 1 der Nutzergruppentrennung (reine verbrauchsabhängige Vorwerteilung) kann zu Härten führen, wenn Nutzergruppen einen stark unterschiedlichen Nutzungsbedarf aufweisen (z.B. ein hoher Leerstand in einer Nutzergruppe). In diesen Fällen werden die Kosten für die Bereitstellung der Wärme nicht gleichmäßig auf die Nutzergruppen verteilt. Falls dies der Fall ist, dann sollte die Variante 2 vorgezogen werden.

Eine Nutzergruppentrennung kann teilweise sehr komplex sein. Es ist daher vorab zu prüfen, ob z.B. die Verbrauchskosten von Heizung, Warmwasser und Kaltwasser nicht mit anderen Verfahren zu realisieren sind (siehe hierzu Aufteilung Heizkosten nach Verbrauch).